Billigservice vom Fachhandel?

Nachfolgend möchte ich aus einer IT-Fachzeitschrift zitieren
(ChannelPartner 41/2009, Seite 3):

"Wenn es einen Grund gibt, warum die Fachhändler vor Ort überhaupt noch existieren, dann ist es die Fähigkeit, flexibel und zeitnah Dienstleistungen zu erbringen. Zwar werben auch die Großen mit Vor-Ort-Service und Zufriedenheitsgarantie, aber letztendlich fehlt es dort neben Erfahrung und Einfühlungsvermögen vor allem an der Kompetenz, die anstehenden Probleme zu lösen. Wer bei einem Virus auf der Platte und nicht vorhandener Datensicherung eine Austauschfestplatte erhält und von vorne beginnen kann, wird sich auch mit einem Spottpreis von 25 Euro die Stunde nicht glücklich fühlen. Sehr oft sind die persönliche Ansprache, das Vertrauen in den Ruf und das Wissen um die Nähe für einen Kunden wichtiger als eine billige Wiederherstellung des Auslieferungszustands.

Die Angst, sensible Daten in die Fänge einer anonymen Serviceorganisation zu geben, wechselnde Ansprechpartner und die Gewissheit, bei jeder Kleinigkeit eine teure Servicenummer wählen zu müssen, machen es uns (dem Fachhandel) eigentlich leicht. Wären da nicht die Billigheimer - zwielichtige Existenzen, die mit Kleinanzeigen und Handynummer operieren.

Zwar überleben diese IT-Chaoten meist nicht lange, doch die Preise sind ruiniert. Ist einer verschwunden, steht schon die nächste Nummer in den Kleinanzeigen der Wochenblätter. Früher waren es Babysitten und Hund-Ausführen, heute werden Computer repariert. Jeder, der schon mal einen Einschaltknopf gefunden oder eine Grafikkarte unfallfrei ausgetauscht hat, hält sich für einen PC-Spezialisten.

Und gegen solche sollen wir einen Preiskampf führen? Das hat schon bei Aldi und den Geil-Märkten nichts gebracht. Wir haben es drauf, sind vor Ort und schneller beim Kunden als jeder andere. Das müssen wir uns auch bezahlen lassen!"

John Ruskin

Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgendjemand ein wenig schlechter machen und etwas billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Machenschaften.

Es ist unklug, zu viel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen. Wenn wir zu viel bezahlen, verlieren wir etwas Geld, das ist alles. Wenn wir dagegen zu wenig bezahlen, verlieren wir manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann.

Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen wir das niedrigste Angebot an, müssen wir für das Risiko, das wir eingehen, etwas hinzurechnen. Und wenn wir das tun, dann haben wir auch genug Geld, um etwas Besseres zu bezahlen.

John Ruskin, englischer Sozialreformer, 1819 - 1900